Der Ursprung des Ziran Men ist, genau wie die Herkunft seines Großmeisters Xu Aizi, kaum bekannt. Xu Aizi war klein, besaß keine Waffe, aber mit Ziran Men blieb er unschlagbar. Er gab seine Kunst an seinen einzigen Schüler Du Xin Wu (1869 - 1955) weiter und zog sich in die heiligen E´mei Berge zurück. Meister Du Xin Wu lehrte nur zwei Schülern diese Kunst, einer davon ist Wan Laisheng (1902 - 1992), einer der größten Kampfkunst - Meister Chinas des letzten Jahrhunderts und Autor von vielen Büchern und Artikeln über chinesische Kampfkunst und Medizin. Meister Wan Laisheng, der viele Kampfstile beherrschte, gab seine Künste an viele Schüler weiter. Erst seit kurzem sind einige seiner Schüler bereit, seine Künste auch für die Außenwelt zu öffnen. Einer davon ist Meister Liang Chao Qun, einer der besten Schüler von Meister Wan Laisheng.
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1929. Erste Reihe von Links: Yang Chengfu, Sun Lutang, Meister Wan Laisheng |
| Liu Baiquan, Li Jinglin, Du Xinwu, Zheng Zuoping, Tian Zhaolin |
Ziran Men Qigong
Ziran Men Qigong ist ein Neigong (eine innere Arbeit). Aber es ist weder wie Shaolin Neigong, bei dem das Qi mit Schieben und Massieren aktiviert wird, mit Holzstock und Steinsack zu üben. Noch ist es wie Taiji, mit Katzenschritt laufen und beim Üben das Qi stärken. Ziran Men Qigong ist außerhalb dieser zwei Schulen und beinhaltet die Eingenschaften von den beiden und den anderen Schulen. In der Leere die Wirkung der Arbeit erzielen, in der Ruhe (Stille) die Kraft einsetzen. Mit Yi (Vorstellung) das Qi führen, ohne die geringste Anstrengung, ohne den geringsten Gesichtsausdruck. Wo Yi reicht, reicht gleichzeitig die Hand, hört yi auf, hört auch die Hand auf. So kultiviert man das Qi und bringt es zur Wurzel - durch den Unterbauch nach unten. Weil Qi seine Grundlage ist, nennt man ihn (Ziran Men) Qigong.
Der Grund, dass es Ziran Men heißt, ist, dass es zwar Methoden zum Unterrichten gibt, man beim üben jedoch natürlich bleiben muß. Aber natürlich kommt von unnatürlich, bei langem Üben wird unnatürlich zu natürlich. Das Gongfu dieser Schule hat den Kniff auf allen Ebenen und Übungsmethoden für jeden Schrit, ausreichende Übungen zeigen schon ihre Wirkung. Springen, ausweichen, stechen, geschickt täushen und echt schlagen. Das Qi steigt nicht hoch, weder zu hart noch zu sanft.[]. Nicht hartnäckig das Qi fördern, nicht die Kraft mit Gesichtsausdruck einsetzen. Formlos, lautlos. Je mehr man übt, desto gesunder wird man. Je älter man ist, desto leichter fühlt man sich. Von außen sieht man zwar nicht besonders stark aus, in inneren ist man aber voll mit Energie. Als eine kunstvolle Darbietung besitzt (Ziran Men Qigong) die Eigenschaften: leicht, rund und fließend. Als eine Übung für die Gesundheit hat es aktiv heilende und körperstärkende Wirkung.
Unsere Schule fördert "Ba Fa Deng", "Gui Tou Shou", es kommt von nichts. Wir fördern keinen Trick, keine Muskelkraft. Man führt nur die Übungen aus, ohne nach seinem kämpferischen Zweck zu fragen. Wenn man es beherrscht, kann man von selbst aus kämpfen. Der Überlieferung nach hat der Großmeister Du Xin Wu dieses Gongfu von dem Urgroßmeister Xu gelernt, dessen Herkunft keiner wußte.[]. Man übt zuerst "Nei Quan Shou", "Pian", "Dian Shang Ti" und andere Beinarbeit, alle mit der tiefen Haltung...Dann, wenn man das Augenlid öffnet, wird der Blick so Klar wie Bernstein. Von dem Zwerchfell nach oben fühlen sich die Arme und die Beine immer leichter. Man fühlt das Qi im Körper fließen und im Unterbauch etwas Schwere.
-Wan Laisheng